Ihre Browserversion ist veraltet. Wir empfehlen, Ihren Browser auf die neueste Version zu aktualisieren.

Fazit:

Der klösterliche Hofgarten wäre durch den Hotelbau im Südgarten irreparabel beschädigt, die südliche Silhouette des Klosters massiv beeinträchtigt (siehe Bebauungsplan, Seite 18: „Die Baukörper des Sondergebiets werden das Bild in Zukunft von Osten und Südosten dominieren."

Angesichts dieses drohenden Szenarios fragt man sich, warum die Gemeinde kein Baurecht hinter der Eisenbahnlinie im Osten, also außerhalb der historischen Klosteranlage erteilte. Auch dieses Grundstück gehört dem Kloster. Das Kloster, die Fraunhofer Gesellschaft und auch das Landesamt für Denkmalpflege wären mit diesem Standort einverstanden. Oder der Standort an der Westseite des Klosters, deren Ansicht mit dem Mensa-Bau leider bereits beschädigt wurde. Wobei der Standort Westseite der Fraunhofer Gesellschaft "nicht exklusiv genug" wäre. Da nimmt man natürlich lieber das schöne Grundstück im denkmalgeschützten Südgarten, direkt schräg vor dem Fürstentrakt, mit direktem Blick auf die Benediktenwand.

 

Liebe Fraunhofer Gesellschaft, nachhaltiges Handeln sieht für uns anders aus!

 

Weshalb gibt es keine Möglichkeit, Räumlichkeiten im Kloster selbst zu nutzen, stehen doch laut Masterplan mindestens 15% der Räumlichkeiten leer? Warum sollte die finanzielle Förderung in Höhe von bisher 10,5 Mio. Euro öffentliche Gelder nicht direkt dem Erhalt des Klosters dienen?

Laut Gemeinde und Kloster wurden insgesamt sieben Alternativen "intensiv geprüft und diskutiert". Auf unsere Nachfrage konnten weder Gutachten noch Aufzeichnungen vorgewiesen werden, die diese Aussagen belegen!

 

Das Fraunhofer-Tagungshaus: ein politisch gewolltes und staatlich finanziertes Hotelprojekt aber im denkmalgeschützten Südgarten am falschen Standort!

In der Bayerischen Verfassung ist das Kulturstaatsprinzip und der Denkmalschutz als Staatsziel festgeschrieben. Zwar vermitteln diese Ziele dem Einzelnen keine subjektiven Rechte, allerdings sollten sie die Adressaten des Schutzauftrags in die Pflicht nehmen.
Genau diese Pflicht scheinen zuständige Adressaten im Falle des geplanten Fraunhofer Tagungshotels im denkmalgeschützten Südgarten des Klosters Benediktbeuern nicht wahrzunehmen bzw. nicht wahrnehmen zu dürfen. Scheinen sich doch das dem Bayerischen Landesamt für Denkmalpflege übergeordnete Bayerische Wissenschaftsministerium sowie das Bayerische Wirtschaftsministerium einig zu sein, dass der Freistaat unbedingt das Fraunhofer Tagungshotel im denkmalgeschützten Südgartens des Klosters benötigt. Völlig außer acht lässt man bei dieser Standortwahl die denkmalschutzrechtlichen Belange. Auch scheinen zuständige Ministerien die Verpflichtung der Fraunhofer Gesellschaft zum sparsamen Umgang mit Steuermitteln laut Zuwendungsgesetz zu negieren: die Bodenbeschaffenheit am geplanten Standort ist aufgrund von Schwemmland so schlecht, dass stabile Fundamente mind. 9 Meter tief gegründet werden müssen.
Steuergelder in Millionenhöhe würden also im Boden des denkmalgeschützten Klostergartens versenkt werden!
Ist Bayern nun also so tief gesunken, dass es die Zerstörung unserer Kulturdenkmäler sogar mitfinanziert?
Die Pläne der Fraunhofer Gesellschaft, im denkmalgeschützten Südgarten des Klosters Benediktbeuern ein Hotel zu errichten, werden vom Freistaat und vom Bund mit bisher bewilligten 10,5 Mio Euro gefördert. Der ehemalige Generalkonservator Prof. Greipl wurde bereits 2013, nachdem er wohl zu öffentlichkeitswirksam gegen geplantes Hotel im denkmalgeschützten Südgarten des Klosters Benediktbeuern protestierte, von vorgesetzter Behörde, dem Bayerischen Staatsministerium für  Bildung und Kultus, Wissenschaft und Kunst zum Stillschweigen gebracht. Sein Nachfolger Mathias Pfeil schätzte ab 2014 geplantes Projekt als "unschädlich und sich dem Kloster unterordnend" ein. Mittlerweile äußerte er jedoch immerhin ein „weinendes Auge“ bezüglich des geplanten Standorts. Wie ist die 180 Grad Wende einer bayerischen Fachbehörde zu erklären? Versucht man so, ein politisch gewolltes Bauprojekt um jeden Preis durchzusetzen? Bedeutet ein Tagungshotel der Fraunhofer Gesellschaft für den Freistaat solch Renommee, dass man darüber glatt geltende denkmalschutzrechtliche Belange außer acht lässt bzw. zuständige Fachbehörde dazu nötigt, keine zu haben?

Der Denkmalschutz hat in Bayern Verfassungsrang. Im Fall Fraunhofer Tagungshaus im denkmalgeschützten Südgarten des Klosters Benediktbeuern wird der Denkmalschutz missachtet. Der Bebauungsplan verstößt gegen Art.118 Abs.1 der Bayerischen Verfassung.